11 Prozent mehr Verkehrstote in Bayern im Jahr 2011
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- Hauptkategorie: Verwaltung und Politik
- Kategorie: Verkehr
- Veröffentlicht am Donnerstag, 16. Februar 2012 15:19
- Geschrieben von Redaktion Eisingen Online
Überdurchschnittlich betroffen waren Verkehrsteilnehmer in Schwaben und der Oberpfalz, Motorradfahrer sowie Personen im Alter von 75 oder mehr Jahren
Wie das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung nach vorläufigen Ergebnissen mitteilt, erfasste im Jahr 2011 die Polizei im Freistaat 349 788 Straßenverkehrsunfälle, 2,0 Prozent weniger als 2010. 81,1 Prozent der Straßenverkehrsunfälle waren so genannte „Bagatellunfälle“, bei denen weder ein Personenschaden noch ein schwerwiegender Sachschaden entstand und kein Beteiligter unter dem Einfluss berauschender Mittel stand. Bei 15,1 Prozent der Unfälle kamen Personen zu Schaden; die Zahl dieser Unfälle nahm gegenüber dem Vorjahr um 4,0 Prozent auf 52 990 zu. Die Zahl der bei diesen Unfällen verunglückten Personen stieg um 2 509 bzw. 3,7 Prozent auf 70 873, von denen 774 Personen getötet (+77 bzw. +11,0 Prozent) und 70 099 verletzt wurden (+2 432 bzw. +3,6 Prozent). – Im Dezember 2011 nahm die bayerische Polizei 30 842 Straßenverkehrsunfälle auf, 5 281 weniger als im Dezember 2010, bei denen 5 190 Personen verletzt (+840) und 76 getötet wurden (+29).
Nach vorläufigen Ergebnissen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung erfasste die bayerische Polizei im vergangenen Jahr 349 788 Straßenverkehrsunfälle, 7 078 oder zwei Prozent weniger als im Jahr 2010. Von diesen Unfällen waren 52 990 Unfälle mit Personenschaden (+4,0 Prozent), bei denen 70 873 Personen verunglückten; das waren 2 509 Personen oder 3,7 Prozent mehr als im Jahr davor. Von diesen wurden 774 getötet (+77 oder +11 Prozent), 12 091 schwer verletzt (+759) und 58 008 leicht verletzt (+1 673).
Bei 10 947 (-1 883) der 296 798 Straßenverkehrsunfälle mit „nur“ Sachschaden lag eine Straftat oder eine Ordnungswidrigkeit vor (Bußgeld) und mindestens ein Fahrzeug musste abgeschleppt werden, bei 2 125 weiteren Sachschadensunfällen (+192) waren zwar alle Kraftfahrzeuge fahrbereit, aber mindestens ein Unfallbeteiligter stand unter dem Einfluss von Alkohol oder anderen berauschenden Mitteln. Die verbleibenden 283 726 Sachschadensunfälle (-7 408) waren so genannte „Bagatellunfälle“, d.h. Sachschadensunfälle, bei denen keine der zuvor genannten Bedingungen zutraf.
Die Zahl der Verunglückten nahm 2011 mit Ausnahme von Mittelfranken (-85 bzw. -0,9 Prozent) in allen Regierungsbezirken Bayerns zu. Die Zahl der im Straßenverkehr getöteten Personen stieg am stärksten in Schwaben (+33; +39,8 Prozent), der Oberpfalz (+15; +20,0 Prozent) und in Niederbayern (+13; +13,8 Prozent), während in Oberfranken (-2; -2,8 Prozent) und Mittelfranken (-10; -11,4 Prozent) im Jahr 2011 weniger Personen im Straßenverkehr starben als 2010.
Auffallend an den 2011er Verkehrsunfallzahlen ist die Zunahme der auf den Straßen außerorts (ohne Autobahnen) Verunglückten und hier insbesondere der Getöteten: auf Bundes-, Staats-, Kreis- und anderen Straßen verloren 542 Menschen ihr Leben, 107 (+24,6 Prozent) mehr als 2010. Auf den Autobahnen verunglückten 2011 dagegen 6 013 Personen - 304 bzw. 4,8 Prozent weniger als im Vorjahr - von denen 79 (-14 bzw. -15,1 Prozent) starben. Innerhalb von Ortschaften nahm zwar die Zahl der Verunglückten zu, die Zahl der Getöteten ging aber auch hier um 16 auf 153 zurück (-9,5 Prozent).
Deutlich mehr Personen als im Vorjahr verunglückten 2011 mit dem Fahrrad (+1 775 bzw. +15,7 Prozent) oder dem Motorrad (+848 bzw. 17,1 Prozent), während die Zahl der mit einem Pkw verunglückten Personen sogar leicht (um 0,7 Prozent) zurückging. Von den im Straßenverkehr Getöteten war gut jeder zweite Fahrer oder Mitfahrer in einem Personenkraftwagen, knapp jeder Fünfte war mit einem Motorrad unterwegs und in etwa jeder Zehnte nahm als Fußgänger oder Fahrradfahrer am Verkehr teil. Erfreulich ist, dass die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Fahrer oder Beifahrer eines Mofas oder Mopeds um fast 40 Prozent gesunken ist, wobei deren Anteil an den Verkehrstoten mit 1,3 Prozent deutlich unter ihrem Anteil an allen Verunglückten von 4,2 Prozent liegt.
Deutlich, und zwar um 461 bzw. 15,2 Prozent zugenommen hat die Zahl der Verunglückten in der Altersgruppe ab 75 Jahren (3 497 Personen). Die Zahl der Getöteten dieser Altersgruppe stieg im Jahr 2011 sogar um 24 auf 130 Personen (+22,6 Prozent). Dagegen ging die Zahl der verunglückten jungen Erwachsenen (Altersgruppe 18 bis 21 Jahre) um 194 bzw. 2,5 Prozent auf 7 470 zurück, von denen 75 (+9 bzw. +13,6 Prozent) starben.
Im Dezember 2011 registrierte die Polizei im Freistaat 30 842 Straßenverkehrsunfälle (-5 281 weniger als im Vorjahresmonat), darunter 3 839 Unfälle mit Personenschaden (+674); bei diesen wurden 76 Personen getötet (+29), 797 schwer verletzt (+268) und 4 393 leicht verletzt (+572).
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Verunglückte in Bayern im Jahr 2011 |
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Vorläufige Ergebnisse |
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Gebiet |
Verunglückte |
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insgesamt |
Veränderung |
darunter |
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|
Getötete |
Veränderung |
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|
Anzahl |
in % |
Anzahl |
in % |
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|
Oberbayern |
|
24 867 |
3,4 |
236 |
9,3 |
|||
|
Niederbayern |
|
7 158 |
3,4 |
107 |
13,8 |
|||
|
Oberpfalz |
|
6 335 |
2,4 |
90 |
20,0 |
|||
|
Oberfranken |
|
5 855 |
4,1 |
69 |
-2,8 |
|||
|
Mittelfranken |
|
9 256 |
-0,9 |
78 |
-11,4 |
|||
|
Unterfranken |
|
6 888 |
4,5 |
78 |
11,4 |
|||
|
Schwaben |
|
10 514 |
9,0 |
116 |
39,8 |
|||
|
|
|
|
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|
Bayern insgesamt |
|
70 873 |
3,7 |
774 |
11,0 |
|||
|
|
|
|
||||||
|
dav. |
kreisfreie Städte |
|
21 377 |
6,8 |
69 |
7,8 |
||
|
Landkreise |
|
49 496 |
2,4 |
705 |
11,4 |
|||
|
|
|
|
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|
dav. |
innerorts |
|
39 539 |
3,5 |
153 |
-9,5 |
||
|
außerorts(ohne Autobahnen) |
|
25 321 |
6,2 |
542 |
24,6 |
|||
|
Autobahnen |
|
6 013 |
-4,8 |
79 |
-15,1 |
|||
|
|
|
|
||||||
|
dar. |
als Fahrer und Mitfahrer von |
|
|
|
||||
|
Mofas, Mopeds |
|
2 983 |
6,4 |
10 |
-37,5 |
|||
|
Motorrädern |
|
5 807 |
17,1 |
149 |
26,3 |
|||
|
Personenkraftwagen |
|
41 150 |
-0,7 |
408 |
14,0 |
|||
|
Fahrrädern |
|
13 066 |
15,7 |
74 |
13,8 |
|||
|
als Fußgänger |
|
4 297 |
4,2 |
83 |
-5,7 |
|||
|
|
|
|
||||||
|
dar. |
im Alter von |
|
||||||
|
unter 15 Jahren |
|
4 676 |
5,6 |
16 |
14,3 |
|||
|
15 bis unter 18 Jahre |
|
3 964 |
3,0 |
26 |
4,0 |
|||
|
18 bis unter 21 Jahre |
|
7 470 |
-2,5 |
75 |
13,6 |
|||
|
75 Jahren oder älter |
|
3 497 |
15,2 |
130 |
22,6 |
|||
Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - PM vom 16.02.2012
Bayerns Innenminister zur Verkehrsunfallstatistik 2012
"Die Zahl der Verkehrsunfälle in Bayern ist im Jahr 2011 weiter gesunken. Leider gab es aber mehr Verletzte und Tote auf Bayerns Straßen. Das entspricht dem traurigen bundesweiten Trend." Mit diesen Worten stellte Innenminister Joachim Herrmann die Verkehrsunfallstatistik 2011 vor.
Die Zahl der Verkehrstoten im letzten Jahr sei mit 778 bedauerlich. Im Jahr 2010 habe hier mit 697 Unfalltoten der bisher niedrigste Stand seit Beginn der Unfallaufzeichnungen im Jahr 1954 verzeichnet werden können. Herrmann: "Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Rückgang um knapp 40 Prozent erreicht haben. Neben der Verbesserung der aktiven und passiven Sicherheit der Fahrzeuge haben wir das auch unserer umfangreichen Verkehrssicherheitsarbeit zu verdanken." Auch künftig wird die Sicherheit auf Bayerns Straßen ein Schwerpunktthema bleiben. Hierzu erarbeitet das Innenministerium derzeit ein neues Verkehrssicherheitsprogramm, das im Mai 2012 vorgestellt wird. "Damit werden wir wichtige Weichenstellungen für die kommenden fünf Jahre festlegen", so Herrmann.Während 2011 in Bayern die Zahl der Verkehrsunfälle um zwei Prozent auf rund 350.000 sank, stieg die Zahl der Verletzten um knapp vier Prozent auf 70.200 Personen. 778 Menschen sind 2011 auf bayerischen Straßen ums Leben gekommen. Hier waren insbesondere die Monate August und Dezember mit 25 bzw. 35 mehr Getöteten als im Vorjahr ursächlich. Auch die Zahl der getöteten Motorradfahrer stieg um knapp 19 Prozent auf 159. Bei den Radfahrern betrug der Anstieg mit 74 Getöteten rund 14 Prozent. Die Zahl der im Verkehr getöteten Kinder lag wie im Vorjahr bei 13. Mit 37.500 Unfällen wurde letztes Jahr bei den jungen Fahrern zwischen 18 und 24 Jahren der niedrigste Stand seit 2003 erreicht. Laut Herrmann sind "die jungen Leute dennoch die häufigsten Unfallverursacher." Bei den älteren Verkehrsteilnehmern war auffällig, dass von den getöteten Fußgängern knapp 60 Prozent über 64 Jahre alt waren. Auch im vergangenen Jahr beruhten die tödlichen Verkehrsunfälle am häufigsten auf überhöhter oder nicht angepasster Geschwindigkeit. Weitere Unfallursachen waren das Abkommen von der Fahrbahn und die Missachtung der Vorfahrt. Herrmann: "Auch durch Alkoholeinfluss verursachte Unfälle haben zugenommen. Hier stieg die Zahl der getöteten Verkehrsteilnehmer um 37 Prozent auf 96. Dazu kommt, dass 93 getötete Fahrzeuginsassen nicht angeschnallt waren. Wir werden deshalb bei Verkehrskontrollen ein verstärktes Augenmerk darauf legen."
"Das Ziel unserer auf fünf Jahre ausgelegten Aktion ''Sicher und Fair im Straßenverkehr'', die Verkehrstoten um ein Fünftel zu reduzieren, haben wir wegen der Steigerungen im letzten Jahr leider nicht erreicht", so Herrmann. Erreicht haben wir aber unser zweites Ziel, die Sicherheit für schwächere Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Die Zahl der getöteten Kindern, Älteren, Radfahrer und Fußgänger ist im Aktionszeitraum merklich zurückgegangen. Darüber hinaus wurden im Rahmen von ''Sicher und Fair im Straßenverkehr'' mit dem Programm ''Sichere Landstraße'' seit 2007 250 Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit mit einem Volumen von über 100 Millionen Euro durchgeführt. Daneben hat die Straßenbauverwaltung ein Programm zur Verbesserung der Sicherheit von Motorradfahrern aufgestellt. Für mehr als zwei Millionen Euro wurden über 400 gefährliche Kurven entschärft und Schutzplanken mit einem Unterfahrschutz ausgestattet. "Ich bin überzeugt, dass wir mit unserem Dreiklang aus Prävention, Verkehrsüberwachung und baulicher Verkehrsraumgestaltung auf dem richtigen Weg sind", betont Herrmann. "Wir werden deshalb diesen Ansatz fortsetzen. Seit Monaten arbeiten wir mit Hochdruck an einem neuen Verkehrssicherheitsprogramm, in das auch die Erkenntnisse der Verkehrsunfallbilanz 2011 einfließen. Die Schwerpunkte der nächsten fünf Jahre sind vor allem Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit von Radfahrern, Motorradfahrern und älterer Verkehrsteilnehmer. Daneben werden die Hauptunfallursachen wie Alkohol und Geschwindigkeit gezielt angegangen." Herrmann wird das neue Verkehrssicherheitsprogramm voraussichtlich Anfang Mai im Detail vorstellen. Der 2011 erstmals durchgeführte bayerische Landestag der Verkehrssicherheit wird dieses Jahr im Juni in Rosenheim veranstaltet. Bereits am letzten Aprilwochenende findet die traditionelle Motorradsternfahrt statt, bei der sich auch der Innenminister auf den Weg nach Kulmbach machen wird.
Bayerisches Staatsministerium des Innern - PM vom 16.02.2012
















