• Increase font size
  • Default font size
  • Decrease font size
Sie sind hier: Startseite Verwaltung und Politik Polizei und Justiz Gefahrgutunfall auf der A 3 bei Würzburg legt Verkehr lahm


Gefahrgutunfall auf der A 3 bei Würzburg legt Verkehr lahm

E-Mail Drucken

Aus bislang unbekanntem Grund ist am frühen Dienstagmorgen ein Lkw auf der A 3 umgekippt. Der Fahrer des 40-Tonners war in Richtung Nürnberg unterwegs und hatte gegen 03.45 Uhr kurz vor der Randersackerer Autobahnbrücke zu Beginn des Baustellenbereichs die Kontrolle über sein Gefährt verloren und war umgekippt. Der Unfall-Lkw lag quer über beide Fahrstreifen. Aus dem mit verschiedenen Gefahrstoffen beladenen Sattelzug war eine ätzende Flüssigkeit ausgelaufen.

Vorsorglich hatten die Einsatzkräfte die im Stau stehenden Pkw-Insassen aus dem Gefahrenbereich gebracht. Später konnten die Autofahrer ihre Fahrzeuge zum Teil rückwärts wegfahren. Eine Gefährdung für die Anwohner bestand nicht.

Die A 3 ist in beide Richtungen komplett gesperrt. Es haben sich bereits kilometerlange Staus gebildet. Der Verkehr wird in Richtung Nürnberg an der Anschlussstelle Heidingsfeld und in Richtung Frankfurt an der Anschlussstelle Rottendorf abgeleitet. Auf den Umleitungsstrecken und vor allem im Stadtgebiet Würzburg kam es zu massiven Behinderungen. Ortskundige Verkehrsteilnehmer wurden gebeten, den Bereich weiträumig über die A 7, A 6, und A 5 zu umfahren. Der Sperrung der A 3 wird vermutlich bis Mittag andauern.


Erste Nachtragsmeldung von 08.30 Uhr

Bei dem ausgetretenen Gefahrgut handelt es sich um den Stoff Ozonit, der in Kunststofffässern und -kanistern sowie in Stahlfässern geladen war. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen dürften etwa 200 Liter dieser ätzenden Flüssigkeit ausgelaufen sein.

Auf der Richtungsfahrbahn Frankfurt sind Schmiermittel ausgelaufen. Dadurch ist die A3 in diesem Bereich äußerst glatt. Momentan wird versucht, mit Ölbindemitteln dagegen vorzugehen.

Mittlerweile ist bekannt, dass sich vier Personen leichte Verletzungen zugezogen haben. Darunter sind ein Feuerwehrmann und drei Ersthelfer, die bei der Bergung des Lkw-Fahrers behilflich waren. Der Lkw-Fahrer kam ohne Verletzungen davon.

Nach wie vor werden Verkehrsteilnehmer gebeten, den Bereich Würzburg großräumig zu umfahren. Auf den Umleitungsstrecken und vor allem im Stadtgebiet Würzburg ist der Verkehr völlig überlastet. Es gibt bereits kilometerlange Staus.

Nach Gefahrgutunfall auf A3 - mittlerweile sieben Leichtverletzte -
Bergungsarbeiten in vollem Gange

Inzwischen hat sich die Zahl der Leichtverletzten auf sieben erhöht. Es handelt sich hierbei um vier Feuerwehrleute und drei Ersthelfer, die bei der Bergung des Fahrers behilflich waren. Bei dem Mann am Steuer des Sattelzugs handelt es sich um einen 51-Jährigen aus dem Bereich Roth/Mittelfranken. Er war mit seinem 40-Tonner von Koblenz nach Nürnberg unterwegs. Der Unfall hat sich am Beginn eines Baustellenbereichs ereignet. Dort dürfte der Sattelzug gegen Betonwände geprallt sein, die zur Fahrbahnbegrenzung aufgestellt sind. Dabei wurden einige dieser Teile versetzt bzw. beschädigt. Diese Betonwände müssen jetzt erneuert werden. Der Sattelzug war umgestürzt und in der Folge waren mehrere hundert Liter verschiedener Gefahrgutstoffe ausgelaufen. In erster Linie handelt es sich dabei um ein Pflanzenschutzmittel.

Während für die Bevölkerung zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr bestand, war die Arbeit an der Unfallstelle für die Einsatzkräfte nicht unproblematisch. Allerdings ist auch diese Gefahr mittlerweile gebannt. Die Feuerwehr, die mit Spezialausrüstung an der Unfallstelle agiert, hat den Sattelzug inzwischen entladen und ist dabei, die Gefahrgutstoffe wegzubringen. Vor kurzem ist ein Kran eingetroffen, mit dessen Hilfe der umgestürzte 40-Tonner wieder aufgerichtet werden soll. Sobald dann auch die neuen Betonteile an der Unfallstelle stehen, kann der Verkehr möglicherweise in Richtung Nürnberg früher als zunächst erwartet wieder freigegeben werden.

Die ausgelaufenen Gefahrgutstoffe sind auch auf die Richtungsfahrbahn Frankfurt gelaufen. Dort ist die Feuerwehr noch immer dabei die Stoffe abzubinden und die Fahrbahn zu reinigen. Dies wird allerdings noch einige Zeit dauern, weil die Gefahrgutstoffe auch in das Erdreich und in die Fahrbahn eingedrungen sind. In diesem Bereich wird momentan auch Erdreich abgegraben.

Die Feuerwehr ist momentan mit etwa 50 Personen an der Unfallstelle im Einsatz. Von Seiten des Rettungsdienstes wurde inzwischen ein Versorgungszelt aufgebaut, aus dem heraus Verkehrsteilnehmer, die im Stau standen, und auch die Einsatzkräfte mit Getränken versorgt werden.


Nachtragsmeldung 12.00 Uhr

Der umgestürzte Sattelzug wurde mittlerweile mit Hilfe eines Krans aufgerichtet, auf der Richtungsfahrbahn Frankfurt abgestellt und von dort aus dann abgeschleppt. Zur Stunde (11.45 Uhr) sind die Reinigungsarbeiten an der Unfallstelle noch in vollem Gange. Dafür ist ein Spezialfahrzeug im Einsatz, mit dem die letzten Reste des ausgelaufenen Gefahrguts beseitigt werden.

Geplant ist, dass nach Abschluss der noch laufenden Reinigungsarbeiten in beiden Fahrtrichtungen jeweils ein Fahrstreifen für den Verkehr wieder freigegeben wird. Ein genauer Zeitpunkt lässt sich momentan noch nicht sagen.


Nachtragsmeldung 13.35 Uhr

Infolge des Unfalls und der austretenden Gefahrstoffe wurden sieben Menschen verletzt. Der 51-jährige Lkw-Fahrer erlitt mittelschwere Verletzungen und wurde vom Rettungsdienst in ein Würzburger Krankenhaus eingeliefert. Auch ein weiterer Lkw-Fahrer, der sich erst nachträglich bei der Polizei gemeldet hatte, musste stationär im Krankenhaus behandelt werden. Zudem klagten drei Ersthelfer, die den Unfallfahrer aus dem Führerhaus ziehen wollten über leichte Verätzungen an den Händen. Im Einsatz zogen sich zwei Feuerwehrleute ebenfalls leichte Verletzungen zu. Auch sie wurden vom Rettungsdienst ambulant versorgt.

Der Gesamtsachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Autobahnpolizei Würzburg-Biebelried auf ca. 320.000 Euro. Allein an dem Sattelzug entstand Totalschaden in Höhe von ca. 250.000 Euro. Der übrige Schaden betrifft die baulichen Einrichtungen im Baustellenbereich.

Nach neun Stunden Totalsperre in beide Richtungen konnte die A 3 in Richtung Frankfurt gegen 12.45 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Die Fahrstreifen Richtung Nürnberg sind nach wie vor komplett gesperrt.


Nachtragsmeldung 16.15 Uhr

Aufgrund von aufwändigen Reinigungsarbeiten und der Erneuerung beschädigter Betontrennwände im Baustellenbereich wird die Sperrung der A 3 in Fahrtrichtung Nürnberg nach Schätzungen der Autobahnpolizei Würzburg-Biebelried noch bis in die Abendstunden andauern (ca. 18-19 Uhr). Die Polizei sorgt weiterhin für die Verkehrslenkungsmaßnahmen, bittet jedoch Autofahrer, die in Richtung Süden unterwegs sind, den Bereich Würzburg weiterhin großräumig zu umfahren.


PP Unterfranken - PM vom 08.06.2010

 

Besucher: Heute 8 | Gestern 516 | Diese Woche 2212 | Diesen Monat 4717 | Insgesamt 1006133
© 2001-2010 EISINGEN ONLINE - Alle Rechte vorbehalten