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Das Riemenschneiderkreuz

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RiemenschneiderkruzifixUm 1500 schätzt man, hat Tilman Riemenschneider das Kruzifix geschaffen. In den Wirren der Säkularisation soll es, so wird vermutet, vom Kloster Oberzell nach Eisingen in Sicherheit gebracht worden sein. Dieses bedeutende Kunstwerk wurde in den Jahren 1977 und 1978 in den Werkstätten des Bayer. Landesamtes für Denkmalpflege in München von den vielen entstellenden Übermalungsschichten freigelegt. Der Korpus zeigt sich nun in seiner ursprünglichen Fassung und in seiner tiefen Ausdruckskraft. In der künstlerischen Bedeutung ist der Eisinger Kruzifixus von Riemenschneider dem von Tettwang, Aub und Steinach wohl noch vorauszustellen.

Tilman Riemenschneider (um 1460 bis 1531), Bildhauer und Bildschnitzer, geboren in Heiligenstadt (Eichsfeld), war vorwiegend in Würzburg tätig, wo er vor 1479 nachgewiesen werden kann. Von 1520 bis 1521 bekleidete er das Amt des Bürgermeisters, wurde jedoch aufgrund seines Engagements für die Bauern während des Bauernkrieges 1525 nach Folter und Kerkerhaft seiner Tätigkeit enthoben. Auch musste er einen Großteil seines Vermögens abgeben. Er starb am 7. Juli 1531 in Würzburg.

Künstlerisch wurde Riemenschneider vermutlich in Erfurt ausgebildet. Dabei beeinflussten ihn vor allem die Arbeiten Martin Schongauers, Nicolaus Gerhart von Leydens und Nikolaus Hagenowers. Riemenschneiders monochrome Schnitzereien (lediglich Lippen und Augen sind farbig ausgemalt) versuchen, das Spiel von Licht und Schatten in die Plastik mit einzubeziehen. Der Unruhe der spätgotischen Bildhauerkunst setzte er eine ausgewogene Gestaltung seiner Figuren und eine harmonisch zarte Ausrichtung der Gesamtkomposition entgegen. Ästhetisch wird dabei ein abstraktes Schönheitsideal angestrebt.

Individualität interessierte den Künstler kaum. Um 1510 erreichte Riemenschneiders Kunst ihre Meisterschaft. Zu seinen Hauptwerken gehören der Wiblinger Altar in Rothenburg ob der Tauber (1485-1513), der Münnerstädter Altar (1490-1492) und der Marienaltar in der Herrgottskirche in Creglingen (um 1505). Daneben schuf er Grabmale und freistehende Steinfiguren, so die von Adam und Eva für die Würzburger Marienkapelle (1491-1493). Die Massivität von Riemenschneiders Spätwerk - etwa beim Grabmahl des Lorenz von Bibra (um 1519) - weist auf den Einfluss der italienischen Renaissance hin.

Riemenschneider verstand sich zeitlebens eher als Handwerker, der zudem eine eigene Werkstatt betrieb, denn als Künstler. Kopien von Arbeiten anderer Bildhauer bzw. die Wiederholung von eigenen Werken waren ihm deshalb selbstverständlich.

 

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