UNTERFRANKEN - Von einem ruhigen und beschaulichen Sonntagnachmittag konnte bei den Polizeidienststellen und den Feuerwehren in Unterfranken keine Rede sein, denn Sturmtief „Xanthia“ tobt sich seit 12.00 Uhr über Unterfranken kräftig aus.
Betroffen waren vor allen Dingen die Stadt und der Landkreis Aschaffenburg, die Landkreise Miltenberg, Main-Spessart und Würzburg sowie die Stadt Würzburg selbst. Allein bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken in Würzburg gingen zwischen 12.00 und 17.00 Uhr knapp über 100 unwetterbedingte Notrufe ein, die einen Einsatz von Polizei und/oder Feuerwehr nach sich zogen.
Zahlreiche Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert, darunter auch die B 26 bei Lohr und etliche Staatsstraßen in den vorgenannten Landkreisen. Mancherorts konnten die Behinderungen gleich beseitigt werden, auf so mancher Strecke allerdings dauern die Sperrungen noch an, weil sich die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Straßenmeistereien noch durchs Holz kämpfen müssen.
Zeitweise war auch die BAB A 3 zwischen den Anschlussstellen Rohrbrunn und Marktheidenfeld betroffen, wo umgestürzte Bäume den rechten Fahrstreifen blockierten. Auf Höhe der Anschlussstelle Bessenbach fielen entwurzelte Bäume auf die Fahrbahn. Zwei Pkw konnten nicht mehr rechtzeitig bremsen und fuhren in das Hindernis. Verletzt wurde niemand.
Etliche Dächer wurden abgedeckt, herabfallende Ziegel beschädigten Autos und Rollläden wurden aus ihrer Verankerung gerissen. Auch Plakatwände und Bauzäune waren leichtes Spiel für „Xanthia“ und so manches Hinweisschild fand sich auf den Straßen wieder und musste beseitigt werden. Landwirtschaftliche Folien, Abdeckungen und Planen flogen durch die Gegend und sorgten auf den Straßen für entsprechende Behinderungen. Kurzum: alles, was nicht fest verankert oder ausreichend gesichert war, machte sich selbständig und war eine Gefahr für Fußgänger und andere Verkehrsteilnehmer. Etliche Bäume suchten sich als neues Ruhekissen in der Nähe geparkter Pkw aus.
In Aschaffenburg drückte der Sturm die Giebelwand eines Rohbaus ein. In Stockstadt und Würzburg fielen Gerüste um. Dabei gab es Gott sei Dank keine Verletzten. Schlechter ging es in Waldbüttelbrunn im Landkreis Würzburg für einen Kranbesitzer aus, der die Arretierung an seinem Baukran lösen wollte, damit sich dieser mit dem Wind drehen konnte. Beim Lösen der Sperre drehte sich der Kran sofort in den Wind und klemmte den 51-Jährigen dabei ein. Er wurde mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen in ein Würzburger Krankenhaus gebracht.
Das stürmische Wetter war oftmals auch die Ursache für die zahlreichen Einbruchsalarme, die durch die Polizei vor Ort zu überprüfen waren. Weiterhin mussten einige Verkehrsunfälle aufgenommen werden, bei denen der Sturm die gezogenen Anhänger umwehte und diese dann in den Straßengräben landeten. Bei diesen unwetterbedingten Unfällen war kein Personenschaden zu verzeichnen. Auch der eine oder andere als Werbeträger abgestellte Anhänger wurde umgeblasen und liegt jetzt auf der Seite.
Die vorgenannte Aufzählung stellt lediglich eine „Zwischenbilanz“ aus unterfränkischer Sicht dar gibt die Ereignisse bis 17.00 Uhr wieder. Über die Höhe der entstandenen Schäden gibt es noch keine verlässlichen Angaben.
Nachtragsmeldung vom 28.02.2010, 22:30 Uhr
Schlussbericht zu den Auswirkungen des Orkantiefs „Xynthia“ in Unterfranken
Wie vom Deutschen Wetterdienst in seiner Unwetterwarnung vorhergesagt, fegte das Sturmtief in Form von Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h über weite Teile Unterfrankens hinweg.
Ergänzend zum Pressebericht des Polizeipräsidiums Unterfranken, der eine Zwischenbilanz bis 17.00 Uhr beinhaltete, kann berichtet werden, dass danach bis 22.00 Uhr an die 100 weitere Unwettermitteilungen in der Einsatzzentrale eingingen. Hauptsächlich ging es dabei um entwurzelte Bäume, herabgestürzte Äste oder sonstige Gegenstände, die die Straßen blockierten. Erwähnenswerte Vorfälle gab es nach 17.00 Uhr nicht mehr.
Im Bereich der Rhön wurden verschiedene Ortsverbindungsstraßen, die durch Waldgebiet führen, vorsorglich gesperrt und werden von der Feuerwehr auf Befahrbarkeit überprüft, bevor sie für den Verkehr wieder freigegeben werden.
PP Unterfranken - PM vom 01.03.2010




