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Das Wetter im Februar 2010

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Überwiegend winterlich und sehr sonnenscheinarm
 
Im Februar 2010 setzte sich die winterliche Witterung der beiden Vormonate über die Monatsmitte fort. So verlief der Monat insgesamt kalt und sehr schneereich. Wie bereits der Januar war auch der Februar ungewöhnlich sonnenscheinarm. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.100 Messstationen.

 

 

Dritter kalter Monat im Winter 2009/2010

In Deutschland lag die durchschnittliche Temperatur im Februar 2010 mit -0,6 Grad Celsius (°C) um rund 1,0 Grad unter dem vieljährigen Klimawert von 0,4°C. Damit war er der dritte kalte Monat des Winters. Die seit Januar anhaltende Frostperiode wurde Anfang Februar unterbrochen, das Quecksilber kletterte tagsüber am 4. im Oberrheingraben sogar bis auf 11°C. Anschließend konnte sich die im Norden und Osten bereitstehende Kaltluft wieder in ganz Deutschland durchsetzen. Die offiziell tiefsten Temperaturen des Monats traten am 9. in Sohland (Spree) südlich von Bautzen mit -19,5°C und am 16. in Leutkirch-Herlazhofen im württembergischen Allgäu mit -20,1°C auf. Ab dem 17. setzte sich im Süden und Südwesten Deutschlands Tauwetter durch, das nur ganz allmählich auch auf den Nordosten übergriff. Rheinfelden am Hochrhein meldete dabei am 22. mit 15,9°C den höchsten Temperaturwert des Monats.


Gebietsweise enorme Schneemassen

Der Februar 2010 überschritt mit rund 51 Litern Niederschlag pro Quadratmeter (l/m²) in Deutschland sein Soll von 49 l/m² um 4 Prozent. Schneefälle, im Januar hauptsächlich noch im Norddeutschen Tiefland, führten in der ersten Februarhälfte nun auch in den höheren Lagen und im Alpenvorland zu ordentlichen Schneehöhen. Im Harz waren es am 12. in Clausthal-Zellerfeld 120 cm, im Erzgebirge am 13. in Zinnwald-Georgenfeld 106 cm, im Sauerland am 3. auf dem Kahlen Asten 112 cm, und im Bayerischen Wald am 4. in Grainet-Rehberg 100 cm. Doch auch im Flachland Norddeutschlands nahm die Schneedecke weiter zu. So meldete am 11. Schleswig 46 cm, am 14. Greifswald 63 cm und am 15. Vitte auf Hiddensee 58 cm. Teilweise wurden die alten Rekordschneehöhen, meist aufgestellt im Winter 1978/79, übertroffen. An manchen Tagen blieben sogar Schulen geschlossen. In allen Wintersportgebieten herrschten ideale Bedingungen zum Ski fahren und Rodeln. Regen und kräftiges Tauwetter ließen allerdings den Schnee in den Niederungen West- und Süddeutschlands ab dem 18. wieder völlig verschwinden.

 

Sonnenscheinärmster Februar nach 2009 und 1970

Mit etwa 48 Stunden blieb der Februar 2010 weit unter seinem Soll von 73 Stunden und verlief ähnlich sonnenscheinarm wie 2009. Davor wies seit 1951 nur der Februar 1970 mit 46 Stunden eine noch geringere Sonnenscheinbilanz auf. Besonders wenig schien die Sonne im Mittelgebirgsraum, so nur etwa 20 Stunden im unterfränkischen Neuhütten im Spessart. Am häufigsten schien sie am Alpenrand, z.B. in Oberstdorf im Allgäu, mit 113 Stunden.

 


Das Wetter in den Bundesländern im Februar 2010
(In Klammern stehen jeweils die vieljährigen Mittelwerte)


Schleswig-Holstein und Hamburg: In Hamburg lag die Durchschnittstemperatur bei -0,8°C (1,2°C); Schleswig-Holstein war neben Sachsen mit -1,2°C (0,7°C) das zweitkälteste Bundesland. Die Sonne schien in Schleswig-Holstein 40 Stunden (65 Stunden) lang. Hamburg erhielt zusammen mit Nordrhein-Westfalen mit 35 Stunden (66 Stunden) den zweitwenigsten Sonnenschein. Die Niederschlagsmenge betrug in Hamburg 54 l/m² (39 l/m²) und in Schleswig-Holstein 51 l/m² (40 l/m²). In Schleswig lagen vom 14. bis zum 16. des Monats 46 cm Schnee, am 15. meldete Westermarkelsdorf auf Fehmarn 48 cm.

Niedersachsen und Bremen: Das Temperaturmittel kam in Niedersachsen auf -0,6°C (1,1°C) und in Bremen auf -0,5°C (1,4°C). In Niedersachsen notierte der DWD 57 l/m² (45 l/m²) und in Bremen 46 l/m² (38 l/m²). Beim Sonnenschein registrierte man in Niedersachsen 41 Stunden (67 Stunden) und in Bremen 42 Stunden (68 Stunden). Am 14. und 15. lagen in Fassberg in der Lüneburger Heide 42 cm Schnee, in Clausthal-Zellerfeld im Harz waren es am 13. und 14. sogar 120 cm.

Mecklenburg-Vorpommern: In Mecklenburg-Vorpommern summierte sich die Sonnenscheindauer auf 42 Stunden (67 Stunden). Außerdem zählte es mit durchschnittlich -1,1°C (0,1°C) zu den kälteren und mit 35 l/m² (29 l/m²) zu den trockenen Bundesländern. Die Schneedecke erhöhte sich im Februar gebietsweise auf mehr als einen halben Meter. So meldeten am 14. Greifswald 63 cm und am 15. Vitte auf der Insel Hiddensee 58 cm.

Brandenburg und Berlin: Für Brandenburg ermittelten die Meteorologen im Februar 2010 durchschnittlich -0,8°C (0,2°C), für Berlin 0,5°C (0,5°C). Die Hauptstadt mit 55 Stunden (71 Stunden) und Brandenburg mit 57 Stunden (69 Stunden) gehörten eher zu den sonnenscheinreicheren Bundesländern. Beim Niederschlag belegte Brandenburg mit 28 l/m² (32 l/m²) dagegen den drittletzten und Berlin mit 27 l/m² (34 l/m²) den vorletzten Rang. Grünow nordöstlich von Berlin war mit 14 l/m² im Februar der trockenste Ort Deutschlands.

Sachsen-Anhalt: Hier lag der Temperaturdurchschnitt bei -1,0°C (0,4°C) und die Niederschlagsmenge bei 37 l/m² (36 l/m²). Sachsen-Anhalt war mit 58 Stunden (70 Stunden) drittsonnigstes Bundesland.

Sachsen: Zusammen mit Schleswig-Holstein notierten die Meteorologen des DWD Sachsen mit -1,2°C (-0,3°C) als zweitkältestes Bundesland. In Sohland an der Spree südlich von Bautzen sank die Temperatur am 9. auf -19,5°C. Die Sonne zeigte sich durchschnittlich 55 Stunden (70 Stunden) lang. Bei der Niederschlagsmenge erreichte Sachsen im Februar 2010 mit 27 l/m² (44 l/m²) nur den letzten Platz. In Görlitz kamen im ganzen Monat lediglich 15 l/m² zustande.                                           

Thüringen: Im Februar 2010 war Thüringen mit -1,3°C (-0,4°C) neben Bayern das kälteste Bundesland. Der Niederschlag wich mit 42 l/m² nicht vom Soll (42 l/m²) ab, der Sonnenschein blieb mit 45 Stunden (71 Stunden) dagegen deutlich darunter.

Nordrhein-Westfalen: Nordrhein-Westfalen war mit +0,6°C (1,8°C) das drittwärmste und mit 76 l/m² (59 l/m²) das zweitnasseste Bundesland. Meinerzhagen-Redlendorf meldete am 2. eine Tagessumme von 31,6 l/m². Bei der Sonnenscheindauer erreichte Nordrhein-Westfalen nur 48 Prozent des Solls und lag neben Hamburg mit 35 Stunden (73 Stunden) auf dem vorletzten Platz. Die Sonne zeigte sich auf dem Kahlen Asten im Sauerland lediglich rund 20 Stunden.

Hessen: Hier verbuchten die Klimaexperten des DWD im Februar 2010 eine mittlere Temperatur von -0,4°C (0,5°C) und eine Niederschlagsmenge von 59 l/m² (48 l/m²). Beim Sonnenschein war Hessen mit 34 Stunden (69 Stunden) das Schlusslicht.

Rheinland-Pfalz: Mit einer Durchschnittstemperatur von +0,7°C (1,2°C) war Rheinland-Pfalz das zweitwärmste und mit einer Niederschlagsmenge von 62 l/m² (52 l/m²) das drittnasseste Bundesland. Mit 35 Stunden (71 Stunden) wurden beim Sonnenschein gerade einmal 51 Prozent des Klimawertes erreicht.

Saarland: Im Februar 2010 behauptete das Saarland mit durchschnittlich +1,2°C (1,6°C) als wärmstes und mit 108 l/m² (64 l/m²) als nassestes Bundesland jeweils den Spitzenplatz. Weiskirchen an der Saar war mit 144 l/m² eine der niederschlagsreichsten Stationen in Deutschland. Beim Sonnenschein kam das Saarland dagegen nur auf 45 Prozent des Monatssolls mit 35 Stunden (79 Stunden).

Baden-Württemberg: In Baden-Württemberg lag das Temperaturmittel bei +0,1°C (0,5°C). Leutkirch-Herlazhofen im württembergischen Allgäu war am 16. mit -20,1°C die kälteste und Rheinfelden am Hochrhein am 22. mit 15,9°C die wärmste deutsche Station. Bei der Niederschlagsmenge erreichte das Bundesland 56 l/m² (60 l/m²). In Freudenstadt im Nordschwarzwald war es diesmal mit 147 l/m² bundesweit am feuchtesten. Mit 61 Stunden (77 Stunden) belegte Baden-Württemberg beim Sonnenschein den ersten Rang. 

 Bayern: Hier fielen im Mittel 45 l/m² Niederschlag (56 l/m²). Bayern war im Februar neben Thüringen mit -1,3°C (-0,6°C) das kälteste und mit 60 Stunden (77 Stunden) das zweitsonnenscheinreichste Bundesland. Oberstdorf lag mit 113 Stunden dabei an der Spitze aller deutschen Stationen. Doch auch der mit nur 20 Stunden sonnenscheinärmste deutsche Ort, Neuhütten im Spessart liegt in Bayern.


*Alle in dieser Pressemitteilung genannten Jahreszeitwerte sind vorläufige Werte. Die für die letzten drei Tage der Jahreszeit verwendeten Daten basieren auf Prognosen. Bis Redaktionsschluss standen nicht alle Messungen des Stationsnetzes des DWD zur Verfügung.


© Deutscher Wetterdienst - PM vom 26.02.2010

 

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