Weihnachtsgrußwort von Landrat Eberhard Nuß

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Liebe Mitbürgerinnen, liebe Mitbürger,

es ist ganz und gar kein feierliches Thema, das uns in den letzten Wochen und Monaten beschäftigt: Die Euro-Krise und die Sorge, welche Auswirkungen sie auf unser Land, auf unsere Gemeinden und den Landkreis, und auf jeden von uns als Steuerzahler oder Sparer haben könnte. Dieser finanzielle Schlingerkurs, der ganz Europa verunsichert, macht vor allem eines deutlich: Dass viele Regierungen unverantwortlich mit ihrer Staatsverschuldung umgegangen sind. Hier muss wieder gelten, was Bundeskanzlerin Angela Merkel in einfache Worte fasste: "Es geht nicht gut, wenn man auf die Dauer über seine Verhältnisse lebt." Und das, so Merkel, "ist der Kern der Krise".

Als Landrat kann ich Ihnen versichern: Der Landkreis Würzburg und seine Gemeinden sind auf einem stabilen Kurs des soliden Haushaltens. Sparen, ohne auf notwendige Investitionen zu verzichten, wie sie etwa im Bereich der Schulen, der Senioreneinrichtungen oder des Straßenunterhalts entstehen, ist die Devise. Und auch Ihnen, den Landkreisbürgerinnen und –bürgern, stellt der Schuldneratlas Deutschland 2011 ein gutes Zeugnis aus. Mit einer Schuldnerquote von 5,05 % gehört unser Landkreis auf Rang 7 zu den 10 besten Landkreisen und kreisfreien Städten im Bundesgebiet. Wir in der Region Würzburg sind also gut aufgestellt für die Zukunft. Wir können nur alle hoffen, dass die 200-Milliarden-Euro-Bürgschaft des Bundes in der Euro-Krise nie real fällig wird.

Dabei soll es an Weihnachten, dem Fest der Liebe und der Freude, doch um ganz Anderes gehen. Denn auch mit viel Geld lassen sich die wesentlichen Werte unserer Gesellschaft nicht kaufen.

„Wirkliche Freude wächst nicht aus Behagen oder Reichtümern oder dem Lob der  Menschen, sondern daraus, dass man etwas Lohnendes tut.“ (William Grenfell)

Etwas Lohnendes tun, das haben sich zahllose Frauen und Männer in unserem  Landkreis auf die Fahnen geschrieben. Es sind die Menschen, die sich in einem Ehrenamt betätigen und sich damit als tragende Säule unserer Gesellschaft beweisen. Das sind Frauen und Männer, Jugendliche und Erwachsene, die nicht auf den schnellen Spaß oder den eigenen Vorteil aus sind, sondern darauf, im lohnenden Tun für andere ihre Talente und ihre Zeit zu verschenken: Als Feuerwehrmann oder im Rettungsdienst, als Verantwortlicher im Vereinsvorstand, als Trainerin einer Jugendmannschaft, als Chorleiter oder Büchereimitarbeiterin, als Gemeinderätin, als Ministrant oder beim Vorlesen im Altenheim und in vielen anderen Bereichen.

2011 war das Europäische Jahr der Freiwilligentätigkeit, und ich freue mich, dass wir im November die ersten Ehrenamtskarten im Landkreis Würzburg ausgeben konnten. Diese Karten, mit attraktiven Vergünstigungen ausgestattet, sind ein Zeichen der Wertschätzung und des Dankes. Ich bin sehr froh, dass es Sie, die Ehrenamtlichen, gibt, denn ohne Sie würden unseren Gemeinden weitaus weniger lebenswert sein!

Margot Käßmann sagt: „Jemandem etwas geben, schenken können, ist nicht nur ein Abgeben, sondern immer auch ein Empfangen. Wir können nahezu dankbar sein, wenn wir geben können.“

Ich wünsche Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, dass Sie in den Weihnachtstagen und im neuen Jahr immer wieder Momente echter Freude erleben – als Gebende oder als Beschenkte.


Frohe Weihnachtstage und ein friedvolles Jahr 2012 wünscht Ihnen


Ihr

 

Unterschrift Eberhard Nuß

Eberhard Nuß
Landrat

   

   
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