Alle früheren unterfränkischen Hauptschulen sind jetzt Mittelschulen
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- Hauptkategorie: Kultur und Bildung
- Kategorie: Schule
- Veröffentlicht am Donnerstag, 08. September 2011 19:53
- Geschrieben von Redaktion Eisingen Online
Weiter spürbarer Rückgang der Schülerzahlen im Schuljahr 2011/2012
Würzburg – Der weitere Rückgang der Schülerzahlen und ein Ausblick auf die Änderungen an den Mittelschulen standen im Zentrum der diesjährigen Schuljahrespressekonferenz, in der Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die aktuelle Situation der Volks-, Förder- und Berufsschulen für das neue Schuljahr 2011/2012 darlegte. In ähnlicher Größenordnung von ca. 4% verringern sich die Zahlen sowohl die der Grundschüler als auch die der Mittelschüler. Die demographischen Veränderungen treten deutlich hervor und stellen alle für unsere Schulkinder Verantwortlichen vor große Herausforderungen.
„Für die Bewältigung dieser umfangreichen Veränderungen war und ist eine intensive Zusammenarbeit von Schule, Eltern, Schulaufsicht und Kommunen notwendig. Insbesondere die Kommunen als Schulaufwandsträger der Grund- und Mittelschulen sind gefordert. Dafür und vor allem für die überwiegend enge Kooperation bei der Einführung der Mittelschule danke ich allen Verantwortlichen“, so der Regierungspräsident in seinem diesjährigen Fazit.
Der Leiter des Bereichs Schulen an der Regierung von Unterfranken, Abteilungsdirektor Gustav Eirich, stellte in diesem Zusammenhang generell die aktuelle Klassenbildung zum Schuljahr 2011/2012 dar. Der insbesondere durch den Geburtenrückgang und weiter hohe Übertrittsquoten verursachte Schülerrückgang an den Grund- und Mittelschulen (- 2726 Schüler, Vorjahr: - 4129) führt auch in diesem Jahr zu wiederum kleineren Klassen (durchschnittlich gesamter Volksschulbereich: 20,79 Schüler pro Klasse; Vorjahr: 21,17; Durchschnitt in der Grundschule: 21,27, in der Mittelschule: 19,93). Sank die Zahl der Schüler an Grundschulen im vergangenen Jahr um 2535, so beträgt der Rückgang in diesem Schuljahr 1713. Damit werden im neuen Schuljahr an Unterfrankens Grundschulen 3,8% weniger Schüler unterrichtet als im Vorjahr. Die Zahl der Schulanfänger ging um 83 Kinder zurück, von 10.305 im Vorjahr auf 10.222. An den Grund- und Mittelschulen in Unterfranken werden im neuen Schuljahr 66.598 Kinder unterrichtet.
Eine erfreuliche Änderung gibt es im Hinblick auf die Einführung der Mittelschule. In Unterfranken gibt es im neuen Schuljahr keine einzige herkömmliche Hauptschule mehr. In den gebildeten Mittelschulverbünden und Einzelschulen werden jeweils über die Regelklassen 5 – 9 hinaus M-Klassen zum Erreichen des Mittleren Bildungsabschlusses gebildet und ein Ganztagsangebot vorgehalten. Zusätzlich wird in den Schulverbünden eine konsequente Berufsorientierung mit entsprechenden Komponenten verfolgt. Der Rückgang der Schülerzahlen an den Haupt- bzw. Mittelschulen hat sich zum neuen Schuljahr verlangsamt. Ging die Zahl zum vergangenen Schuljahr 2010/11 noch um 6,23% zurück (2009/10 – 5,36%), betrug der Rückgang nun noch etwas über 4%. Während sich die Zahl der Haupt- bzw. Mittelschüler von 2008/09 bis 2011/12 um über 4.000 (15%) verringert hat, ist die Anzahl der Schüler in Mittlere-Reife-Klassen im genannten Zeitraum sogar leicht gestiegen. Der Anteil der M-Schüler an den Hauptschulen lag 2008/09 bei 17%, im Schuljahr 2011/12 wird er bereits bei über 20% liegen. Die Zahlen belegen, dass die Mittelschule angenommen wird und der Mittlere Schulabschluss an Bedeutung gewinnt. Die Voraussetzungen für die Aufnahme in die Mittlere-Reife-Klassen wurden für das Schuljahr 2011/12 durch die Einführung einer Aufnahmeprüfung geändert. Dabei konnten Befürchtungen entkräftet werden, dass dadurch der Zugang erschwert würde. Das Gegenteil ist der Fall: Das Verfahren sorgte für Transparenz und Sicherheit, es konnten im Gegensatz zum Vorjahr mehr Schüler aufgenommen werden.
Die Zahl der Schulen, an denen der Unterricht ganztägig erteilt wird, steigt zum Schuljahr 2011/12 von 88 Schulen im vergangenen Schuljahr auf insgesamt 90 Schulen (38 Grundschulen, 43 Mittelschulen und 9 Förderschulen) mit 274 Klassen (Vorjahr: 217). Neben Mittagsverpflegung bieten diese Ganztagsschulen ihren Schülern Betreuung und zusätzliche Fördermöglichkeiten.
Das staatliche Förderprogramm zur Jugendsozialarbeit an Schulen, das im Jahr 2003 in Bayern eingerichtet wurde, hat sich in Unterfranken zu einem Erfolgsmodell entwickelt. In diesem Rahmen sind 2011/12 an 66 Schulen rund 43 Stellen für die Jugendsozialarbeit als Maßnahme der öffentlichen Jugendhilfe eingerichtet. Nach dem Bayer. Bildungsgipfel vom 11.02.2009 soll die Jugendsozialarbeit an Schulen unter Einbeziehung der Grundschulen weiter ausgebaut werden.
Auch auf die Förderung von Kindern mit Migrationshintergrund wurde wieder großer Wert gelegt. Neben den bewährten Maßnahmen der Deutschförderung in Vorkursen, Übergangsklassen, Deutschförderklassen und Förderkursen wurde wiederum ein zusätzliches Stundenkontingent zur Verfügung gestellt, um Klassen mit über 25 Schülern, deren Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund über 50% liegt, zu teilen.
Seit zwei Schuljahren besuchen Schüler in besonderen Klassen einer Kooperation zwischen Haupt-/Mittelschule und Berufsschule die Friedenschule und die Berufsschule I in Schweinfurt. In diesen Klassen haben die Schüler die Möglichkeit, ihren (qualifizierenden) Hauptschulabschluss nachzuholen und sich gleichzeitig für einen Ausbildungsplatz zu empfehlen, was bei fast allen Schülern mit Erfolg gekrönt war. Fast alle Schüler konnten den qualifizierenden Hauptschulabschluss nachholen und einen Ausbildungsplatz finden. Erfreulicherweise soll nun dieses Modell zum neuen Schuljahr in einer Kooperation zwischen der Berufsschule I Aschaffenburg und der Mittelschule Hösbach in Unterfranken ausgeweitet werden.
Im gleichen Umfang wie in den vergangenen zwei Schuljahren werden auch im Schuljahr 2011/12 wieder Grundschullehrkräfte an allen staatlichen Gymnasien und Realschulen eingesetzt, um die Zusammenarbeit zwischen den Lehrkräften der Schularten zu verbessern und zur erfolgreichen Gestaltung des Übergangs der Schüler der Grundschule an Gymnasium und Realschule beizutragen.
Erfreulich ist auch wieder die Anzahl der Lehrkräfte in der mobilen Reserve für den kurzfristigen Aushilfsbedarf. Zu Schuljahresbeginn stehen trotz zurückgegangener Schüler- und Klassenzahlen (3,93 % bzw. 2,56%) 221 Vollzeitstellen für Grundschul-, Hauptschul- und Fachlehrkräfte zur Verfügung. Das entspricht fast dem Umfang des vergangenen Jahres. Im November und nach den Weihnachtsferien wird dieses Kontingent noch einmal aufgestockt, so dass die Unterrichtsversorgung auch in Zeiten erhöhten Vertretungsbedarfs sicher gestellt werden kann.
Regierung von Unterfranken - PM vom 08.09.2011
















