45 Jahre Ehrenamt für das St. Josefs-Stift

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Eisingen / Kleinrinderfeld – Wenn Maria Scheuermann das Zimmer der Buchhaltung im St. Josefs-Stift betritt, hat sie meist viele große Scheine im Gepäck: Fünfziger, Hunderter und fünfhunderter Scheine. Seit 45 Jahren sammelt sie persönlich die Jahresbeiträge der Mitglieder aus Kleinrinderfeld und unterstützt zahlreiche Spendenaktionen des Vereins. In diesem Jahr nimmt sie Abschied von diesem langjährigen Ehrenamt. Der Vorsitzende des Vereins, Franz Stephan, und Geschäftsführer Bernhard Götz dankten ihr herzlich für ihren jahrzehntelangen treuen Dienst.

Zum Verein St. Josefs-Stift Eisingen kam Maria Scheuermann 1967 als junge Mutter eines behinderten Sohnes. „Ich war damals scheu und fühlte mich unter diesen hohen Herrn gar nicht so wohl“, erzählt Scheuermann. Seit 1963 plante der damalige Caritasdirektor Pfarrer Robert Kümmert mit dem Bund, dem Land Bayern und dem Landkreis Würzburg sowie wichtigen Vertretern der Medizin und Psychiatrie die Gründung einer Einrichtung für geistig behinderte Menschen.  „Mädle, was wir brauchen sind Mitglieder“, sagte Kümmert und motivierte Maria Scheuermann dazu, sich in den Dienst des St. Josefs-Stifts zu stellen. Über 160 Mitglieder und eine sechsstellige Summe an Spendengeldern hat die eifrige Werberin aus Kleinrinderfeld bislang für die Einrichtung gewinnen können. „Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht“, sagt Maria Scheuermann.

Tatsächlich ging ihr Engagement weit über das Spendensammeln hinaus. In den Gremien des Vereins und der neugegründeten Sonderschule im Michael-Herberich-Haus, die bis Ende der 1980er Jahre bestand, vertrat sie die Interessen der Angehörigen behinderter Kinder. Bei vielen Nachbarn und Mitmenschen warb sie um die Interessen von Menschen mit Behinde¬rung. „Anfangs haben die Menschen geglaubt, ich hätte eine Vergünstigung, weil ich mich so engagierte“, erzählt Scheuermann. Doch das war nicht der Fall. „Wir waren froh, dass unser Sohn in die Nähe ziehen konnte, sonst hätte er nach Burglengenfels bei Regensburg gemusst. Aber wir hatten doch kein Auto.“ Bis zur Eröffnung des St. Josefs-Stift am 2. Mai 1972 gab es in der Region Würzburg und Aschaffenburg keine Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung. Unter dem Motto „Ganz normal anders“ feiert das St. Josefs-Stift Eisingen 2012 sein 40-jähriges Bestehen. Auch wenn sich Maria Scheuermann aus dem Sammlerinnen-Dienst zurückzieht, beim Stiftsfest im Jubiläumsjahr ist sie wieder dabei.

 

Bildunterschrift:
Das Bild zeigt Maria Scheuermann (re.) mit Margit Korscheny in der Buchhaltung des St. Josefs-Stifts. Sie übergibt die Mitgliederbeiträge in bar, die sie von rund 60 Mitgliedern aus Kleinrinderfeld persönlich eingesammelt hat. Dies macht sie seit 45 Jahren. Foto: Dr. Andrea Schödl

   
   
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