Integratives Fahrradtraining am Buß- und Bettag in Neubrunn

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Zwölf Fahrradfahrer tummeln sich auf dem Straßen-Parcours, der in der Neubrunner Festhalle für die Verkehrserziehung der Viertklässer auf dem Boden aufgemalt ist. „Beim Stopp-Schild halten“, mahnt Polizeihauptkommissar Jürgen Knorr von der Jugendverkehrsschule Würzburg-Land. Doch seine Mahnung gilt in diesem Fall nicht einem Grundschüler, sondern einem Bewohner mit Behinderung aus dem St. Josefs-Stift Eisingen.  Schon seit fünf Jahren veranstalten die Verkehrserzieher der Polizei Würzburg-Land mit den Heilpädagogischen Fachdienst des St. Josefs-Stifts Eisingen ein integratives Fahrradtraining. Die Neubrunner Kinder sind am schulfreien Buß- und Bettag eingeladen, gemeinsam mit Menschen mit Behinderung einen Vormittag lang die Verkehrsregeln zu trainieren. Sechs Grundschüler und sechs Menschen mit Behinderung sind in diesem Jahr der Einladung gefolgt.

Im Zentrum der Übungsstunde stehen die Vorfahrtsregeln und das Linksabbiegen. „Man kann auf sechs verschiedene Weisen links abbiegen. Das wissen die wenigsten“, sagt Polizeioberkommissar Stefan Breunig und mahnt im nächsten Moment einen Schüler, korrekt Handzeichen zu geben. „Menschen mit Behinderung und Viertklässer harmonieren sehr gut in ihren motorischen und technischen Fähigkeiten. Es ist nicht leicht, in diesem engen Parcours korrekt zu fahren und gleichzeitig Handzeichen zu geben.“  Wichtig sei, die Regeln immer wieder zu trainieren, damit sich das Wissen verfestige. Deshalb nehmen einige Teilnehmer aus dem St. Josefs-Stift schon seit mehreren Jahren an dem Training teil. „Die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich auch außerhalb des Stiftsgeländes sicher bewegen können“, erklärt Heilpädagogin Inge Göttel. Das integrative Training habe zudem einen weiteren Effekt: Menschen mit und ohne Behinderung begegnen sich im Alltag. Dann fallen schon mal Sätze wie „Die machen ja die gleichen Fehler wie wir“.

Der Neubrunner Bürgermeister Heiko Menig unterstützt dieses gemeinsame Training der Grundschüler mit den Bewohnern des St. Josefs-Stifts Eisingen. Deshalb stattet er den Teilnehmern alljährlich seinen Besuch ab. Weil er Verkehrserziehung für außerordentlich wichtig hält, stellt er die Festhalle der Polizei unentgeltlich für ihr Wintertraining zur Verfügung. „Die Verkehrserziehung hilft nicht nur dabei, sich richtig zu verhalten“, sagt Menig, „sondern auch die Gefahren richtig einzuschätzen“.

 

 

 

Fotos: Dr. Andrea Schödl

   
   
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