Koto-Konzert im St. Josefs-Stift Eisingen

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Mit rhythmischen Tönen, die wie beim Schlagen und Waschen eines Tuches am Fluss entstehen, eröffnete das Koto-Ensemble „Sousuikai“ ihr ungewöhnliches Konzert im St. Josefs-Stift Eisingen. Unter der Leitung der Großmeisterin Keiko Horita aus Tokyo boten die neun Koto-Spielerinnen den rund 140 Gästen aus dem St. Josefs-Stift und der Umgebung ein abwechslungsreiches Musikprogramm. Dieses reichte von altem japanischem Liedgut wie der bekannten Weise zur Kirschblüte „Sakura“ bis hin zu einem Medley aus deutschen Volksliedern. „Die Variationen waren außergewöhnlich schwierig“, bestätigte Wolfgang Klein-Langner, Schatzmeister der Siebold-Gesellschaft in Würzburg, die hohe Qualität des Auftritts.

Tatsächlich zeigte sich das unterschiedliche Publikum, bestehend aus Menschen mit und ohne Behinderung sowie Kindern, gebannt von den ungewöhnlichen Klängen. Gabi Geuppert, eine Bewohnerin der Einrichtung, die sich nicht leicht faszinieren lässt, wandte ihren Blick während des einstündigen Konzerts kaum ab. Andere erkundeten nach dem Auftritt interessiert die Instrumente und Noten. Manch einer durfte sich nach dem Konzert unter Anleitung der Koto-Spielerinnen sogar an dem Instrument versuchen.

„Koto ist eines der bekanntesten und vielseitigsten Instrumente der japanischen Musik“, erklärte die Öffentlichkeitsreferentin der Einrichtung Andrea Schödl zwischen den Musikstücken. Gemessen an seiner Bauart sei es mit einer Zitter vergleichbar, aber in seinem Ansehen gleiche es eher der Harfe. Nur die Töchter der vornehmsten Familien hätten dieses Instrument erlernen dürfen.

„Es war ein außergewöhnliches Konzert, wie man es in Deutschland nur selten hören kann“, bedankte sich Vorstandsmitglied Ernst Hestermann bei dem Ensemble. Tatsächlich ist der Transport der langen und empfindlichen Instrumente der ausschlaggebende Grund, warum Konzerte dieser Art in Deutschland relativ selten sind. Tatsächlich musste die insgesamt elfköpfige Gruppe mit einem großen Bus nach Eisingen anreisen: „Für die Gruppe hätte ein kleiner Bus gereicht, aber nicht für die Instrumente“, sagte der japanische Tourleiter Hamada-san.  Der Besuch des „Sousuikai“-Ensembles im St. Josefs-Stift Eisingen ist Teil des Kulturförderprogramm zum Jubiläumsjahr „150 Jahre deutsch-japanische Freundschaft“ und dadurch erst möglich geworden.

Fotos: Dr. Andrea Schödl

   
   
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