Berlin ist eine Reise wert
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- Hauptkategorie: Gesundheit und Soziales
- Kategorie: St. Josefs-Stift Eisingen
- Veröffentlicht am Dienstag, 31. Mai 2011 12:52
- Geschrieben von Dr. Andrea Schödl
Informationsfahrt auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder
Eisingen - „Im Bundestag waren wenige Leute und sie haben viel geredet.“ Mit diesen Worten kommentierte Volker Kilian, ein Bewohner des St. Josefs-Stifts Eisingen, seine Eindrücke von einer Plenarsitzung im Deutschen Bundestag. Zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit, nämlich abends von 18 bis 19 Uhr, konnte die Gruppe aus dem St. Josefs-Stift Eisingen den Debatten beiwohnen. „Je später der Abend desto spezieller werden die Themen“, warnte der Abgeordnete Paul Lehrieder, der die zwölfköpfige Gruppe nach Berlin eingeladen hatte, ein wenig vor. So standen am 108. Sitzungstag inhaltlich komplizierte Themen wie die Europäische Forschungsförderung, die Klimaschutzziele und Europäische Nachhaltigkeitsstrategie auf der Tagesordnung. Die Referenten waren außer dem Alterspräsidenten Professor Dr. Heinz Riesenhuber (CDU/CSU) und Franz Müntefering (SPD) eher unbekannt.
Plenarsitzung
Dennoch waren die rund 60 Minuten für die Eisinger Gruppe äußerst spannend. Ein Bewohner erkannte fast in jeder Politikerin Angela Merkel, die einen beobachteten verwundert den fliegenden Wechsel der Stenographen und die anderen verfolgten mit kritischem Blick die Aufmerksamkeit der Abgeordneten im Plenarsaal. „Es ist interessant, was Politiker alles so nebenbei machen“, meinte Mechthild Hardt, die Organisatorin der Fahrt. In jedem Fall beeindruckte die lässige Routine der Politiker alle Zuschauer. Mit großer Souveränität führten die beiden Sitzungsleiter, Vizepräsident Eduard Oswald und Präsident Dr. Norbert Lammert, durch das Programm. Nicht ohne Humor mahnten sie die Abgeordneten zur Ordnung: „Das ist doch kein Grund, zu randalieren. Wenn diejenigen, die an diesem Punkt nicht mehr teilnehmen wollen, unauffällig den Saal verlassen, finden diejenigen, die dazu jetzt das Wort erhalten, umso ungeteiltere Aufmerksamkeit“, meinte Lammert.
Gespräch mit Lehrieder
Am Tag zuvor hatte sich Bundestagsabgeordneter Paul Lehrieder rund eine Stunde Zeit genommen, um mit den Vertretern des Heimbeirats und des Vorstandes über die zentralen Anliegen der Einrichtung und ihrer Bewohner zu diskutieren. Vor allem die politischen Maßnahmen zur Inklusion und zur Eingliederung von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt wurden lebhaft diskutiert. Aber auch konkrete Fragen, warum beispielsweise Menschen mit Behinderung nicht zur Bundeswehr gehen dürften, wurden von den Vertretern des Heimbeirats in das Gespräch eingebracht. „Durch Zu- und Hinhören kann ich die Probleme und Anliegen vor Ort aufgreifen und in den politischen Prozess einbringen“, erklärte Lehrieder. Nach dem Gespräch begleitete er die Gruppe über einen unterirdischen Zugang vom Paul-Löbe-Haus in den Reichstag. Auf diese Weise war der Weg in die sehenswerte Glaskuppel deutlich verkürzt.
Sightseeing
Insgesamt vier Tage - 09.05. bis 13.05 2011 - verbrachte die Gruppe aus dem St. Josefs-Stift in der Landeshauptstadt. Ausgehend vom Hauptbahnhof, in dessen Nähe die Unterkunft der Gruppe lag, eroberten die Bewohner und Vertreter des Heimbeirats die Bundeshauptstadt. Der Weg führte nicht nur zum Reichstag und zum Brandenburger Tor, sondern auch zum Berliner Zoo, zum Alexanderplatz und ins Szeneviertel der Oranienburger Straße. Im Wachsfigurenkabinett von Madame Tussauds begegneten die Eisinger einer Fülle von Prominenten aus Politik und Fernsehen. Mit stoischer Gelassenheit ließen sich diese in Wachs gegossenen Figuren mit der Gruppe ablichten. Henry Maske kämpfte Seit an Seit mit Heimbeirat Jens-Peter Förster, Heimbeirat Sebastian Obst poussierte als Kavalier neben Marlene Dietrich und Heimbeiratsvorsitzende Carolin Steger machte es sich neben Robbie Williams auf der Couch bequem.
Am Freitag (13.5.) ließ die Gruppe Berlin an sich vorbeiziehen. Mit einer dreistündigen Schiffstour auf der Spree und entlang des Landwehrkanals entdeckten sie die verschlungenen Ecken im Osten und Westen Berlins. Vorbei an den großen Wahrzeichen der Stadt ging es mit der FMS Spree-Blick entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze nach Friedrichshain und Kreuzberg zurück nach Berlin Mitte.
Die Fahrt der zwölfköpfigen Gruppe aus dem St. Josefs-Stift war bezuschusst. Die Fahrtkosten waren aufgrund der Einladung durch den Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder frei. Der Verein St. Josefs-Stift sponserte die viertägige Fahrt darüber hinaus mit einem Unkostenbeitrag von 500 Euro.
Bildunterschrift zum Gruppenbild:
Vordere Reihe: Heimbeirat Jens-Peter Förster, Heimbeiratsvorsitzende Carolin Steger, Manfred Arndt, Heimbeirat Sebastian Obst, Paul Lehrieder (MdB), Udo Berberich, Öffentlichkeitsreferentin Dr. Andrea Schödl.
Hintere Reihe: Volker Kilian, Stefan Leins (Vertrauensperson Heimbeirat), Organisatorin Mechthild Hard (Team: Freizeit), Heimbeirat Stefan Grauf, Irmgard Keller (Team: Freizeit Zwo), Vorstand Ernst August Hestermann.
Fotos: Dr. Andrea Schödl
















