Eröffnung der generalsanierten Förderstätte im St. Josefs-Stift

Details

Nach einer umfangreichen Sanierungszeit von 20 Monaten wurde die Förderstätte im Michael-Herberich-Haus des St. Josefs-Stiftes Eisingen mit einem Festakt wieder feierlich in Betrieb genommen.

Bezirkstagsvizepräsidentin Eva Maria Linsenbreder bezeichnete in ihrem Grußwort die sanierte Förderstätte als einen „hell strahlenden Leuchtturm der Mitmenschlichkeit“. Abteilungsdirektor Hans-Georg Rüth von der Regierung von Unterfranken würdigte mit herzlichen Worten die gute Zusammenarbeit in allen Phasen der Sanierung. Der erste Vorsitzende des Vereins St. Josefs-Stift Eisingen, Franz Stephan, bedankte sich bei allen Zuschussgebern und den ausführenden Baufirmen mit Architekten Kolbe und freute sich, den schwer und mehrfach behinderten Menschen eine so schöne Förderstätte übergeben zu können.

Die Förderstätte ist eine Lern-, Beschäftigungs- und Arbeitseinrichtung mit tagesstrukturierenden Angeboten, in denen vorhandene Fertigkeiten und Kompetenzen erhalten, aktiviert und entwickelt werden. Sie bietet einen zweiten Lebensbereich an – neben dem privaten Lebensumfeld in Familie oder Wohngruppe. Nicht nur 40 Jahre der Nutzung setzten dem Michael-Herberich-Haus zu, sondern auch ein in 130 m Tiefe liegender Gipsstock ließ den Westteil des Gebäudes Jahr für Jahr deutlich absinken. Dies machte einen Teilabriss mit grundlegender Sanierung der Förderstätte nötig. Von den Gesamtkosten von 2,83 Mio. Euro wurden 1,674 Mio. Euro durch das Konjunkturpaket II übernommen. 201.000,-€ steuerten der Bezirk Unterfranken, 422.000,-€ die Bayerische Landesstiftung und 250.000,-€ Aktion Mensch bei.

Den Festvortrag zum Thema „Die Bedeutung von Räumen für Menschen mit Behinderung“ hielt Dr. Ulrike Mattke, die in den 90er Jahren selbst Förderstättenleiterin in Eisingen war und jetzt Professorin der FH Hannover ist. Mattke bescheinigte dem St. Josefs-Stift eine innovative Weitsicht. Noch vor der Psychiatrie-Enquete seien 1972 die ersten Bewohnerinnen eingezogen und vor der Einführung des Schwerbehindertengesetzes eröffnete in Eisingen eine Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Bereits in den 70er Jahren wurde eine „Sonderfördergruppe“ zur Beschäftigung von schwer und mehrfach behinderten Menschen gegründet.

Umrahmt wurde der Festakt von Pierre Ruby mit seiner Amanda, was der gesamten Feier einen fröhlichen und aufgelockerten Charakter verlieh.


Bildunterschrift
1. Reihe von links nach rechts: Architekt Paul-Ernst Kolbe, Bürgermeisterin Ursula Engert, Vorsitzender Franz Stephan, Abteilungsdirektor Hans-Georg Rüth,  Bezirkstagsvizepräsidentin Eva Maria Linsenbreder, Vertreter des Bezirk Regierungsdirektor Jochen Lange,
2. Reihe von links nach rechts: Dr. Ulrike Mattke, Frau Margarethe Meisner und die Vorstände: Heinz Heinrich, Pfarrer Josef Wirth, Werner Scheller, Dr. Helga Weber. Foto: Ralf Wentritt

   
   
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