Neugestaltung des Förderhaus-Gartens im St. Josefs-Stift
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- Hauptkategorie: Gesundheit und Soziales
- Kategorie: St. Josefs-Stift Eisingen
- Veröffentlicht am Donnerstag, 21. April 2011 14:30
- Geschrieben von Dr. Andrea Schödl
Ein Garten aus Robinien-Holz - Lokale Unternehmer unterstützen
Neugestaltung des Förderhausgartens im St. Josefs-Stift
Eisingen – „Was ist das für ein Holz?“ Diese Frage wird im St. Josefs-Stift Eisingen derzeit oft gestellt. Seit gut zwei Wochen liegen lange, krumm gewachsene und sehr schwere Holzstämme vor dem Garten des Wohnpflegeheims. In dem eingezäunten Bereich wird mit großen Maschinen lautstark gesägt, gebaggert und geschliffen. Viele Interessierte werfen einen Blick in den Garten, in dem ein bunt gemischtes Team von Fachleuten, Mitarbeitern und Bewohnern gemeinsam an der Neugestaltung arbeitet. Der Baustoff, der das Interesse aller erregt, ist die Robinie, ein Holz, das sich aufgrund seines eigenwilligen Wuchses und seiner hohen Witterungsbeständigkeit perfekt für das Anlegen von naturnahen Gärten eignet.
„Wir wollten einen Garten schaffen, in dem sich erwachsene Menschen mit schwerer geistiger Behinderung wohl fühlen können“, sagt die Initiatorin des Projekts, Heike Herberich, eine Mitarbeiterin der Einrichtung. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen aus der „Freizeit Zwo“, den Mitarbeitern des Wohn¬pflegeheims und der Förderstätte sowie der Heimleiterin Iris Forstner entwickelte sie mit dem Verein „Naturspur“ ein neues Konzept für den Förderhausgarten. „Es ist wichtig, dass sich unsere Bewohnerinnen und Bewohner dort selbstständig aufhalten können und Beschäftigung finden“, erklärt Heimleiterin Iris Forstner. Deshalb gibt es dort viele Sitzgelegenheiten, verschlungene Wege, einen Steingarten und ein Wasserspiel.
Das Prinzip des Vereins „Naturspur e.V.“, das seinen Sitz in Ludwigshafen hat, basiert darauf, gemeinsam mit Organisationen Erlebnisgärten oder Spielplätze zu realisieren. „Wir konzipieren jede Maßnahme als Projekt“, erklärt der Geschäftsführer des Vereins, Leo Illing aus Speyer. Da sozialen Einrichtungen für die Umsetzung meist das Geld fehle, plant Naturspur die Hilfe von Ehrenamtlichen und Laien gezielt mit ein. „Wenn dann das ein oder andere nicht so aussieht, als sei es vom Profi gemacht, dann ist es gerade so gewollt“, pflichtet ihm sein Kollege, der Erlebnispädagoge Fritz Pankrath aus Wertheim bei.
Ohne die große Spendenbereitschaft der lokalen Unternehmen geht es tatsächlich nicht. Für die Maßnahme im St. Josefs-Stift haben die Unternehmen Keller und Kiesel (Eisingen) und Scheder (Kist) große Mengen an Baustoffen geschenkt. Mehrere Tonnen an Natursteinen spendeten die Natursteinwerke Borst (Kirchheim), Hofmann (Wehrbach-Gamburg) und Scheuermann (Kleinrinderfeld). Den Minibagger verlieh die Firma Theisen zu günstigen Konditionen und die Firmen BayWa und der Gartenfachhandel Dehner spendeten allerhand Werkmaterial und eine Brunnenpumpe. Weitere private Förderer, wie das Ehepaar Köber von der Apotheke Gartenstadt (Schweinfurt), gaben größere oder kleinere Geldbeträge.
Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Josefs-Stifts Eisingen ist das Gartenprojekt ein spannendes Live-Erlebnis. Während die einen auf der Terrasse die Szenerie gebannt beobachten, helfen die anderen tatkräftig mit. Udo B. aus dem Wohnpflegeheim hat es der Rüttler angetan. Mit großer Akribie fährt der sonst sehr hippelige Mann das schwere Gerät auf und ab. Viele Beschäftigte der Förderstätte helfen mit. Der eine schichtet Holz auf, die andere fährt Baustoffe hin und her.
Das vierköpfige Team des Vereins Naturspur kommt mit seinen ungewöhnlichen Arbeitskollegen gut zurecht. Landschaftsgärtner Christian Mott aus München verwirklicht den Steingarten mit Wasserspiel und Zimmerer Manuel Hertlein aus Speyer zaubert ansprechende Tore, Möbel und Schaukeln aus dem Robinienholz. Etwas unmotiviert steht mitten im Weg ein liebevoll gestaltetes Gartentor. „Das ist speziell für einen Bewohner. Er liebt es, durch ein Gartentor raus und rein zu gehen“, erklärt Hertlein.
Nach 13 Arbeitstagen ist von dem ursprünglich streng geometrisch durchgeplanten und betonierten Garten nichts mehr übrig geblieben. Die eigenwilligen Robinienkonstruktionen zeigen sich in einem harmonischen Kontrast zur Betonarchitektur des Wohnpflegeheims. Nach der Pflanzaktion im Mai, da sind sich alle sicher, wird der Förderhausgarten eine Wohlfühloase mitten im St. Josefs-Stift sein.
Bildunterschrift: Das Team von Naturspur, die Initiatorinnen des Projekts und helfende Mitarbeiter aus dem Stift - v. li. Fritz Pankrath (Naturspur), Philipp Greb, Naif Balcioglu, Irmgard Keller, Heike Herberich, Leo Illing (Naturspur), Manuel Hertlein (Naturspur), Christian Mott (Naturspur) - Foto: Dr. Andrea Schödl
















