Bayerns Bevölkerung nimmt langfristig ab

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Statistiker stellen 12. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung bis ins Jahr 2060 vor

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben, ausgehend vom Bevölkerungsstand zum 31.12.2008, mit gemeinsam abgestimmten Annahmen über die künftige Entwicklung der Zahl der Geburten und der Sterbefälle sowie der Wanderungsbewegungen die Einwohnerentwicklung in Bund und Ländern bis ins Jahr 2060 vorausberechnet. In Bayern wird danach das jährliche Geburtendefizit, also der Überschuss der Sterbefälle über die Geburten, soweit zunehmen, dass es nicht mehr über Zuwanderungsgewinne aus den restlichen Bundesländern oder dem Ausland ausgeglichen werden kann. Langfristig werden daher die Bevölkerungszahlen auch in Bayern rückläufig sein. Damit einher geht eine deutliche Alterung der bayerischen Bevölkerung.

Im bundesweiten Vergleich (exemplarisch an Variante W1 betrachtet) werden andere Bundesländer vom demografischen Wandel stärker betroffen sein als Bayern. Während in Bayern ein Bevölkerungsrückgang um 14,4 Prozent von 2008 bis 2060 erwartet wird, müssen vor allem die östlichen Bundesländer deutlich höhere Verluste verkraften. Sachsen-Anhalt (-43,4 Prozent), Thüringen (-41,6 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (-36,6 Prozent) werden jeweils über ein Drittel ihrer Einwohner verlieren. Lediglich die beiden Stadtstaaten Hamburg (-5,3 Prozent) und Bremen (-14,0 Prozent) haben nach den vorliegenden Berechnungen eine günstigere demografische Entwicklung als Bayern zu erwarten.

Die Ergebnisse der beiden Varianten W1 und W2 der Bevölkerungsvorausberechung markieren die Grenzen eines Korridors, in dem sich die Bevölkerungsgröße und der Altersaufbau bei Fortsetzung der heute nachweisbaren demografischen Trends entwickeln wird. Folgende Annahmen liegen den beiden Vorausberechnungsvarianten zu Grunde:

  • Die zusammengefasste Geburtenziffer bleibt annähernd konstant bei rund 1,4 Kindern je Frau.
  • Die Lebenserwartung Neugeborener wird bis zum Jahr 2060 für Jungen um etwa 8 Jahre auf 85,2 Jahre und für Mädchen um etwa 7 Jahre auf 89,4 Jahre zunehmen.
  • Der jährliche Wanderungssaldo Bayerns gegenüber dem Ausland steigt in Variante W1 auf 16.500 Personen im Jahr 2014 und bleibt dann konstant. In der zweiten Variante W2 steigt er bis zum Jahr 2020 auf 33.100 Personen und bleibt dann bei diesem Wert.
  • Die Zuwanderungsgewinne Bayerns aus dem restlichen Bundesgebiet nehmen in beiden Varianten ab: Werden für das erste Vorausberechnungsjahr 2009 noch rund 28.000 Neubürger im Saldo erwartet, wird sich diese Zahl auf etwa 17.500 Personen (W1) bzw. 17.300 (W2) im Jahr 2020 reduzieren.

 

Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung - PM vom 23.02.2010

   
   
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