Chronologie des Großbrands in der Würzburger Innenstadt

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Regierungspräsident dankt Einsatzkräften

Würzburg – Nachdem am Donnerstag früh, gegen 01.30 Uhr, ein Dachstuhl in der Peterpfarrgasse (vermutlich im Anwesen Peterpfarrgasse 3) in Brand geraten war, und sich in der Folge das Feuer auf zwei weitere Anwesen in der Peterpfarrgasse und im Zwinger ausgebreitet hat, dauern die Löschmaßnahmen zur Stunde (10.30 Uhr) immer noch an. Auf einer Länge von gut 100 Metern, in unmittelbarer angrenzender Nachbarschaft zum Gebäude der Regierung von Unterfranken, sind die Dachstühle komplett ausgebrannt. Der Schaden geht in die Millionen. Mittlerweile scheint das Feuer jedoch unter Kontrolle. Noch immer steigt allerdings Rauch aus den ausgebrannten Dachstühlen auf. Auch einzelne Glutnester müssen immer wieder gelöscht werden.

Im Einsatz waren und sind knapp 100 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren aus Stadt und Landkreis Würzburg mit insgesamt 22 Fahrzeugen und vier Drehleitern. Auch zahlreiche Rettungskräfte befinden sich am Brandort. Die Bewohner der betroffenen und angrenzenden Anwesen kamen rechtzeitig ins Freie bzw. wurden in Sicherheit gebracht. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen hat nur eine Frau eine leichte Rauchgasvergiftung davon getragen. Bei den Löscharbeiten erlitt außerdem ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen. Von herabfallenden Teilen wurden auch geparkte Pkw´s beschädigt.

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer hat sich heute früh persönlich vor Ort einen Überblick über den Großbrand neben dem Regierungsgebäude verschafft. Ein Teil der Löscharbeiten fand über den Wirtschaftshof des Regierungsgebäudes statt. Er dankte den Einsatzkräften aus Stadt und Landkreis Würzburg für die engagierte, schlagkräftige und routinierte Bewältigung des Brandereignisses, das allerdings nach wie vor andauert. Beinhofer brachte auch seine Verbundenheit mit den von dem Großfeuer direkt Betroffenen zum Ausdruck.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr, der Polizei und die beteiligten Hilfsorganisationen haben erneut eindrucksvoll ihren Einsatzwert zum Schutz der Bevölkerung unter Beweis gestellt. „Meine besondere Anerkennung gilt auch dem Einsatz der freiwilligen Feuerwehren, die sich in der Nacht teilweise unter Lebensgefahr der Brandbekämpfung angenommen haben“, so der Regierungspräsident in Würdigung der Einsatzleistungen.


Regierung von Unterfranken - PM vom 15.09.2011

 

 

Chronologie der Presseberichte des PP Unterfranken vom 15.09.2011


Großbrand in Würzburger Innenstadt – Löscharbeiten dauern an

WÜRZBURG. Nachdem am Donnerstagfrüh, gegen 01.30 Uhr, ein Dachstuhl in der Peterpfarrgasse in Brand geraten war, dauern die Löschmaßnahmen zur Stunde (07.30 Uhr) immer noch an. Die Flammen haben im Laufe der Nacht auf zwei weitere Dachstühle benachbarter Anwesen übergegriffen. Mittlerweile ist das Feuer jedoch unter Kontrolle.

 

Erstmeldung

Im Einsatz sind knapp 100 Mann der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehren aus Stadt und Landkreis Würzburg mit insgesamt 22 Fahrzeugen und vier Drehleitern. Auch zahlreiche Rettungskräfte befinden sich am Brandort in Bereitschaft. Bislang musste eine Frau mit leichten Verletzungen vorsorglich in ein Würzburger Krankenhaus gebracht werden.

Nach jetzigem Stand ist davon auszugehen, dass die Lösch- und Sicherungsmaßnahmen noch den ganzen Tag andauern werden. Der Sanderring bleibt für den Verkehr frei befahrbar. Die Münzstraße bleibt für die Dauer des Einsatzes gesperrt.

Zum momentanen Zeitpunkt ist noch unklar, wie der Dachstuhl in Brand geraten ist. Die Kriminalpolizei Würzburg hat bereits die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache aufgenommen. Wir werden Sie entsprechend auf dem Laufenden halten.

 

Nachtragsmeldung 09.45 Uhr

Das Feuer, das in der Nacht zum Donnerstag vermutlich im Anwesen Peterpfarrgasse 3 ausgebrochen ist, hat sich in der Folge auf zwei weitere Anwesen in der Peterpfarrgasse und dem Zwinger ausgebreitet. Auf einer Länge von gut 100 Metern sind die Dachstühle komplett ausgebrannt. Der Schaden geht in die Millionen.

Die Feuerwehren, die mit einem Großaufgebot angerückt waren und immer noch vor Ort sind, brauchten gut drei Stunden, bis sie das Feuer unter Kontrolle hatten. Zur Stunde (09.10 Uhr) sind die Nachlöscharbeiten in vollem Gange. Noch immer steigt Rauch aus den ausgebrannten Dachstühlen auf. Auch einzelne Glutnester müssen immer wieder gelöscht werden.

Die Bewohner der betroffenen und angrenzenden Anwesen kamen rechtzeitig ins Freie bzw. wurden in Sicherheit gebracht. Nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen hat nur eine Frau eine leichte Rauchgasvergiftung erlitten. Bei den Löscharbeiten erlitt außerdem ein Feuerwehrmann leichte Verletzungen. Von herabfallenden Teilen wurden auch geparkte Pkw beschädigt.

Die Brandursache steht noch nicht fest. Beamte des Fachkommissariats der Kripo Würzburg sind vor Ort. Allerdings können die in Brand geratenen Anwesen noch nicht betreten werden.

Am Rande des nächtlichen Einsatzes hat die Würzburger Polizei einen 18-Jährigen vorläufig festgenommen, der ein Fahrzeug des Malteser-Hilfsdienstes entwenden wollte. Dies konnte die Polizei gerade noch verhindern. Der junge Mann aus Würzburg stand unter Alkoholeinfluss. Ein Alcotest ergab einen Wert von 1,2 Promille. Bei dem Beschuldigten wurde eine Blutentnahme durchgeführt. Nach Abschluss der Maßnahmen kam der 18-Jährige wieder auf freien Fuß.

 

Nachtragsmeldung 13:00 Uhr

WÜRZBURG. In den von dem Großbrand betroffenen Gebäuden in der Peterpfarrgasse und der Straße „Zwinger“ befinden sich folgende Einrichtungen:

  • der Kindergarten „Heim für Kinder“ des Caritasverbands
  • die Fachakademie für Sozialpädagogik St. Hildegard, in der Erzieher und Kindergärtner ausgebildet werden,
  • ein Frauenwohnheim des Klosters Oberzell sowie
  • die Wohnungen „Konvent Nazareth“ für Schwestern des Klosters Oberzell.

Ansonsten sind in den dreistöckigen Gebäuden überwiegend Büro’s und Räume für den Lehrbetrieb untergebracht. Eigentümer der Gebäude ist das Bischöfliche Ordinariat Würzburg.

Noch immer sind die Nachlöscharbeiten in vollem Gange. Diese werden nicht vor den Nachmittagstunden beendet sein. So lange bleibt der nähere Bereich um den Brandort in der Würzburger Innenstadt weiterhin gesperrt.

Zur Brandursache gibt es noch immer keine Erkenntnisse. Die Gebäude konnten die Brandfahnder bis jetzt (Stand (12.50 Uhr) noch nicht betreten.

 

Nachtragsmeldung 17.00 Uhr

Wenngleich die Nachlöscharbeiten der Feuerwehr im Laufe des Tages zurückgefahren werden konnten, sind sie jedoch noch weiter erforderlich, weil immer wieder Glutnester entstehen. Bislang war es für die Ermittler der Kriminalpolizei Würzburg noch immer nicht möglich, den Brandort zu betreten. Die durch das Großfeuer betroffenen Anwesen in der Peterpfarrgasse und der Straße „Zwinger“ sind bis auf weiteres unbewohnbar.

Die Beamten der Kriminalpolizei haben im Laufe des Tages zahlreiche Vernehmungen durchgeführt. Allerdings gibt es noch immer keinen Hinweis auf eine mögliche Brandursache.

Die Würzburger Feuerwehr wird bis zum Einbruch der Dunkelheit neben den noch erforderlichen Nachlöscharbeiten weitere Absicherungsmaßnahmen durchführen, wobei vor allem Balken und Ziegel beseitigt werden, die sonst herunterfallen könnten. Diese Arbeiten werden dann am Freitagmorgen fortgeführt.

Die Polizeiinspektion Würzburg-Ost hat die Zugänge zu den Straßen Peterpfarrgasse und „Zwinger“ sowie die Münzstraße/Zugang Zwinger für den Fahrzeug- und Personenverkehr gesperrt. Hierfür wurden Streifenbesatzungen abgestellt, die nur Anwohnern den Zutritt gewähren.

Mittlerweile liegen auch weitere Einzelheiten zu dem versuchten Diebstahl eines Malteser-Rettungsfahrzeuges vor. Demnach hatte sich der 18-Jährige gegen 3.50 Uhr auf Höhe der Rotlöwengasse in das Rettungsfahrzeug gesetzt, das während des Großbrandes im Einsatz war. Als der Heranwachsende starten wollte, schaltete er das eingeschaltete Blaulicht und den Motor allerdings versehentlich aus. Als er sah, dass Sanitäter auf das Fahrzeug zuliefen, startete er den Motor erneut und versuchte loszufahren. Allerdings würgte er das Fahrzeug dabei ab, das sich trotzdem einige Meter in Bewegung gesetzt hatte. Ein Zeuge versuchte daraufhin, den 18-Jährigen festzuhalten, was jedoch nicht gelang.

Gegen 06.00 Uhr wurde eine Streifenbesatzung der Würzburger Polizei von einem Sanitäter angesprochen und auf den 18-Jährigen hingewiesen, der zu diesem Zeitpunkt in der Sanderstraße lief. Als der Beschuldigte die Streifenbesatzung erblickte, ergriff er erneut die Flucht über den Sanderring bis zum Treppeneingang in den Ringpark. Noch bevor er in Richtung Exerzierplatz entkommen konnte, nahm ihn die Streifenbesatzung im Jehuda-Amichai-Weg fest. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wurde der Schüler wieder auf freien Fuß gesetzt. Gegen ihn wurde wegen versuchten Diebstahls und Trunkenheit im Verkehr ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

 

Nachtragsmeldung 16.09.2011

Nach dem Großbrand in der Würzburger Innenstadt hat am Freitagvormittag ein Statiker die betroffenen Gebäude inspiziert. Insbesondere in dem Anwesen Peterpfarrgasse 3, in dem das Feuer vermutlich ausgebrochen ist, besteht im Dachbereich latente Einsturzgefahr. Die erforderlichen Sicherheitsabsperrungen sind eingerichtet.

Die Kripo hat das Gebäude versiegelt und wird am Montag mit einem Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts die Ermittlungen zur Ursache fortsetzen und – so geplant – erstmals den Brandort besichtigen können.

Auch im Laufe des Freitags hat die Berufsfeuerwehr Würzburg noch immer mit kleineren aufflammenden Glutnestern zu tun, die jedoch sofort wieder gelöscht werden können. Eine Fachfirma wurde zwischenzeitlich beauftragt in der kommenden Woche nach Rücksprache mit den Brandermittlern erste Aufräumarbeiten durchzuführen.

Der mittels eines Bauzauns eingerichtete Sicherheitsbereich im Bereich der Peterpfarrgasse und des Zwingers muss auch weiterhin aufrecht erhalten werden, damit Bürger und Unbefugte sich nicht in dem Gefahrenbereich aufhalten. Lediglich Anwohner können kontrolliert ihre Anwesen über die Münzgasse betreten.

 

Nachtragsmeldung 19.09.2011

Nach dem Großbrand in der Würzburger Innenstadt am vergangenen Donnerstag, haben Ermittler der Kripo am Montagvormittag erstmals den Brandort betreten können. Wie zwischenzeitlich feststeht, dürfte das Feuer im Bereich des Dachgeschosses des Anwesens Peterpfarrgasse 3 ausgebrochen sein.

Gemeinsam mit einem Gutachter des Bayerischen Landeskriminalamtes und dem Brandmittelspürhund „Kalle“, einem von zwei Diensthunden in Bayern mit einer derartigen Ausbildung, suchten die Fahnder in dem gesamten Gebäudekomplex nach Hinweisen auf die Ursache für das Feuer und die Brandausbruchsstelle.

Als ein erstes Ergebnis steht mittlerweile fest, dass der Brand im Dachgeschoss des Gebäudes ausgebrochen sein dürfte. Die Beamten sicherten darüber hinaus zahlreiche Spuren und Beweismittel, die jetzt noch genauer untersucht und ausgewertet werden müssen. Zusammen mit noch zahlreichen Vernehmungen, die parallel zu den Recherchen vor Ort laufen, gehen die Beamten davon aus, gegen Ende der Woche nähere Erkenntnisse zu dem Geschehen in jener Nacht zu bekommen.

 

Nachtragsmeldung 23.09.2011

Brand in Würzburger Innenstadt – Brandstiftung als Ursache – Tatverdächtige ermittelt

Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken und der Staatsanwaltschaft Würzburg
WÜRZBURG. Nach dem derzeitigen Stand der umfangreichen und intensiven Ermittlungen, welche die Kripo Würzburg in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg in den vergangenen Tagen geführt hat, ist von einer Brandstiftung als Ursache für das Feuer in der Würzburger Innenstadt auszugehen. Eine dringend Tatverdächtige ist zwischenzeitlich auf richterliche Anordnung in einem Bezirkskrankenhaus untergebracht.

Wie bereits berichtet, war der Brand in der Nacht zum Donnerstag, den 15.09.2011, gegen 01.30 Uhr, im Anwesen Peterpfarrgasse 3 ausgebrochen und hatte sich in der Folge auf weitere Anwesen in der Peterpfarrgasse und dem Zwinger ausgebreitet. Auf einer Länge von gut 100 Metern sind die Dachstühle komplett ausgebrannt. Der Schaden geht in die Millionen.

Nachdem die Brandfahnder der Würzburger Kripo am Montag erstmals den Brandort gemeinsam mit einem Spezialisten des Bayerischen Landeskriminalamts näher begutachten konnten, war zunächst die Brandausbruchsstelle im Dachgeschoss des Anwesens Peterpfarrgasse 3 lokalisiert worden. Die Ergebnisse der Auswertung von aufgefundenen Spuren, weiteren Hinweisen und zahlreichen Vernehmungen, deuten auf eine vorsätzliche Brandstiftung als Ursache für das Feuer hin. Als dringend Tatverdächtige gilt nach bisherigem Stand der gemeinsamen Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo eine Bewohnerin der dort beheimateten Wohngruppe.

Die Frau wurde am Freitagmittag dem Ermittlungsrichter des Würzburger Amtsgerichts vorgeführt. Dieser eröffnete ihr einen richterlichen Unterbringungsbefehl. Die Frau wurde in ein Bezirkskrankenhaus eingeliefert.

 

   

   
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